Anders leben

Anders leben – Ein Blick zurück nach vorn
(Seminararbeit Ostkreuzschule für Fotografie, Berlin)
Kann Zukunft in der Vergangenheit liegen? Die Fotoreihe „Anders leben“ gibt Einblick in den Alltag eines Wagendorfs im Allgäu – einer Gemeinschaft, die bewusst alternative Wege geht.

Abseits klassischer Wohnformen setzen die Bewohner auf Einfachheit, Naturverbundenheit und ein ressourcenschonendes Miteinander. In individuell umgebauten Bau- und Schaustellerwägen leben sie mit reduziertem Konsum, in enger Nachbarschaft und mit gemeinschaftlich
genutzten Räumen. 

Ihr Alltag erinnert an frühere Zeiten – ein Leben mit weniger Ablenkung, mehr Zeit füreinander und für das Wesentliche. Ist die Zukunft auch eine Rückkehr zu alten Werten? „Anders leben“ zeigt eine gelebte Utopie, stellt vermeintliche Gewissheiten in Frage und lädt dazu ein, über neue – oder vielleicht alte – Formen des Zusammenlebens nachzudenken.

Stattpark OLGA
Für das Münchner Stadtmagazin curt habe ich den Stattpark OLGA besucht und diesen alternativen Wohn- und Kultur-Raum fotografiert. Auf der Website OLGA-Website heißt es: „Wir sind Stattpark OLGA: ein Wohn- und Kultur-Raum. Wir sind mobil mit Bauwägen und LKWs, in denen wir wohnen und mit denen wir Aktivität auf eine vormals unbespielte Fläche bringen.

Es ist ein Raum, in dem sich Menschen unterschiedlichen Alters und Vorstellungen aufeinander einlassen. Unser Projekt ist das Gegenteil der zunehmenden Vereinsamung, die man in Großstädten beobachten kann. Wir organisieren das Zusammenleben gemeinsam, teilen und helfen einander. Es gibt Ältere und Jüngere, Eltern und Nicht-Eltern, verschiedene Berufe und Biographien, aus München und von woanders. Wir unterstützen uns im Alltag gegenseitig, zum Beispiel bei der Kinderbetreuung.

Das Leben im Wagen ist eine andere Wohnkultur. Uns geht es darum, ein Gegenpol in der Welt des Konsums zu sein. Auch, oder gerade weil wir in der Stadt wohnen, treten wir für einen bewussten Umgang mit Ressourcen ein, beispielsweise durch die Nutzung von Solarstrom und Regenwasser. Wir beleben Brachflächen und schaffen somit einen Freiraum auf einer ansonsten »toten« Fläche, was auch städtebauliche Denkanstöße gibt […]“ (Quelle: https://olga089.de/wer-wir-sind/)