Ich habe auf Kleinanzeigen einen alten Rolladenschrank entdeckt und möchte ihn kaufen. Ich verabrede mich mit Frau Krause, der Verkäuferin. Sie wohnt in Neugablonz, einem Stadtteil von Kaufbeuren, das 1946 von vertriebenen Sudetendeutschen aus dem Kreis Gablonz, heute Tschechien, gegründet wurde. Unter vielen Entbehrungen, bauten sie hier aus dem Nichts die weltweit bekannte Glas- und Schmuckindustrie ihrer Heimat wieder auf.
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Ich treffe Frau Krause, die den Handwerksbetrieb der Familie auflöst. Bis in die 80er Jahren hinein boomte das Modeschmuckgeschäft mit Exporten in die ganze Welt, erzählt sie. Danach wurde es durch die Konkurrenz in Asien immer ruhiger. Frau Krause sitzt im ehemaligen Büro und zeigt mir, wie damals gearbeitet wurde.
Von den ehemals 20 Angestellten ist niemand mehr da. Ihr Mann ging lange noch täglich in den Betrieb, obwohl die Aufträge ausblieben. Nach seinem Tod und mehrjährigem Leerstand hat sie sich schweren Herzens dazu entschlossen, das Betriebsgebäude zu verkaufen. Einen Interessenten für die Immobilie hat sie bereits und verkauft nun das Inventar.